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  001   Geschlechtswechsel  


Volkmar Sigusch

 
 

Nur das körperliche Geschlecht, nicht aber die Geschlechtsidentität, die seelische Gewißheit, diesem oder jenen Geschlecht anzugehören, ist jedem zu Lebensbeginn bestimmt. Immer hat es jedoch Menschen gegeben, die das Geschlecht, das man bei der Geburt durch einen Blick auf den "kleinen Unterschied" festgestellt hatte, im späteren Leben verlassen haben. Diese Geschlechtswechsler, um die es in Volkmar Siguschs Buch geht, sind bisher von Psychologie, Medizin und Sexualwissenschaft als krank bezeichnet worden. Von der Metamorphosis sexualis bis hin zur sexuellen Perversion hat man ihnen folgenschwere Diagnosen gestellt, wenn es opportun erschien, auch Operationen zur "Geschlechtsumwandlung" befürwortet. Volkmar Sigusch ist der erste, der diesem pathologischen Blick grundsätzlich widerspricht. Sein Buch ist ein entschiedenes Plädoyer dafür, Transsexualität nicht mehr als krankhafte Verirrung zu begreifen, sondern als eine Andersartigkeit zu respektieren, die wir nie ganz verstehen werden. Zugleich ist das Buch eine Abrechnung mit den gängigen Theorien über Transsexualität und ein Rechenschaftsbericht darüber, wie Psychotherapeuten und Mediziner bislang mit transsexuellen Männern und Frauen umgegangen sind.

(erschienen 1995)

 
 
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