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Nur das körperliche Geschlecht, nicht aber die Geschlechtsidentität, die seelische Gewißheit, diesem oder jenen
Geschlecht anzugehören, ist jedem zu Lebensbeginn bestimmt. Immer hat es jedoch Menschen gegeben, die das Geschlecht,
das man bei der Geburt durch einen Blick auf den "kleinen Unterschied" festgestellt hatte, im späteren Leben verlassen
haben. Diese Geschlechtswechsler, um die es in Volkmar Siguschs Buch geht, sind bisher von Psychologie, Medizin und
Sexualwissenschaft als krank bezeichnet worden. Von der Metamorphosis sexualis bis hin zur sexuellen Perversion hat man
ihnen folgenschwere Diagnosen gestellt, wenn es opportun erschien, auch Operationen zur "Geschlechtsumwandlung" befürwortet.
Volkmar Sigusch ist der erste, der diesem pathologischen Blick grundsätzlich widerspricht. Sein Buch ist ein entschiedenes
Plädoyer dafür, Transsexualität nicht mehr als krankhafte Verirrung zu begreifen, sondern als eine Andersartigkeit zu
respektieren, die wir nie ganz verstehen werden. Zugleich ist das Buch eine Abrechnung mit den gängigen Theorien über
Transsexualität und ein Rechenschaftsbericht darüber, wie Psychotherapeuten und Mediziner bislang mit transsexuellen
Männern und Frauen umgegangen sind.
(erschienen 1995)
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