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Die soziale Konstruktion der Transsexualität ist die empirische und theoretische Analyse eines Phänomens, das sich seit
Mitte des 20. Jahrhunderts in den westlichen Gesellschaften etablieren konnte und kulturelle Grundüberzeugungen von der
Körpergebundenheit und Konstanz der Geschlechtszugehörigkeit von Personen herausfordert.
Hirschauers Studie macht Transsexualität auf mehrfache Weise zum Gegenstand einer kultursoziologischen Analyse: als ein
Modell, das die minutiöse Konstruktion von Geschlechtszugehörigkeit in alltäglichen Interaktionen aufzuschlüsseln erlaubt;
als ein historisches Projekt, mit dem die Medizin Traditionen des Geschlechtswechsels in Regie nimmt und neu formiert;
als ein Prozeß der Faktenkonstruktion, in dem medizinische Disziplinen kollaborativ eine neue Geschlechtszugehörigkeit
hervorbringen; und als kulturelles > Symptom <, das immanenter Bestandteil der zeitgenössischen Konstruktion der
Zweigeschlechtlichkeit ist.
Die Untersuchung beruht auf interaktionsanalytischen und genealogischen Forschungsarbeiten sowie auf einer umfassenden
Ethnographie der heterogen Praktiken auf den Stationen eines medikalisierten Geschlechtswechsels: psychiatrische
Diagnostik, Endokrinologie, plastische Chirurgie, Stimmtherapie, Justiz und Subkultur.
Die soziale Konstruktion der Transsexualität ist ein Beitrag zur Soziologie wissenschaftlichen Wissens und zu einer
Soziologie Der Geschlechterdifferenz.
Stefan Hirschauer, geb. 1960, arbeitet an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld.
(erschienen 1993)
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