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  013   Kleidung im Leben transsexueller Menschen
Die Bedeutung von Kleidung für den Wechsel der sozialen Geschlechtsrolle
 


Julia Epstein

 
 

Meine intensive Auseinandersetzung mit der Transsexualität hat persönliche Gründe. Grundlegende Aussagen dieser Arbeit beruhen auf persönlichen Erfahrungen. Ich kenne etwa fünfzig Transsexuelle persönlich, mehr oder weniger intensiv, natürlich. Ich kenne Mann-zu-Frau-Transsexuelle und Frau-zu-Mann-Transsexuelle. Ich kenne Transsexuelle, die noch in der Selbst-Findung begriffen sind; ich kenne Transsexuelle, die schon vor langer Zeit den Geschlechtswechsel vollzogen haben; ich kenne alle Zwischenstufen. Ich nehme seit zwei Jahren an den Treffen einer Selbsthilfegruppe für Transsexuelle und Transvestiten teil. Ich kenne MedizinerInnen verschiedener Fachrichtungen (Psychiatrie, Endokrinologie, Chirurgie, Gynäkologie) sowie PsychologInnen und Gutachter, die sich mit der Transsexualität auseinandersetzen.

Selbstverständlich habe ich mich bemüht, meine Aussagen zu belegen; die Voraussetzungen dafür sind zur Zeit mehr als hervorragend - die Literatur boomt! Vor allen Dingen dort, wo ich das Gefühl hatte, eine bestimmte Aussage könne den nicht-informierten Leser mehr als überraschen, fand ich dies besonders notwendig. Um meine Erfahrungen zu fundieren, habe ich Gespräche mit Fach-Leuten geführt (Psychiater / Gutachter, Beraterin) und dreiundzwanzig Betroffene mit Hilfe eines Frage-Bogens befragt. Der Inhalt der Interviews wird im Anhang dieser Arbeit wiedergegeben, wo auch die Original-Fragebögen abgedruckt sind. Es war mir im Rahmen dieser Arbeit leider nicht möglich, eine repräsentative statistische Auswertung zu erarbeiten, aber ich denke, daß die Antworten der Betroffenen klare Tendenzen erkennen lassen, die eine Bezugnahme durchaus rechtfertigen.

(erschienen 1995)

 
 
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