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Vortrag bei einer Transidentitas-Fachtagung 1993.
Einem gängigen Klischee zufolge sind Transsexuelle Menschen, die ihr Geschlecht wechseln. Aber das ist nur die halbe
Wahrheit. Zwar gibt es eine erhebliche Anzahl von Betroffenen, für die tatsächlich der komplette Wechsel der
Geschlechtsrolle einschließlich der chirurgischen Umgestaltung des Körpers der einzig mögliche Weg ist, jedoch bilden diese
Menschen nur die Spitze des Eisbergs.
Sozusagen unter der Wasserlinie verborgen lebt eine größere Anzahl Betroffener, die zwar wohl unter einer transsexuellen
Veranlagung leiden, für die aber der komplette Geschlechtswechsel eine zu radikale Lösung wäre. Die geschlechtliche
Irritation geht bei ihnen weniger weit als bei "echten" Transsexuellen: nicht weit genug, um die Einschränkungen und
Risiken des Geschlechtsrollenwechsels zu rechtfertigen, aber doch zu weit, um im körperlichen Geschlecht leben zu können.
Die Folge ist meist Verheimlichung und Verdrängung: ein "falsches" Leben gegen die Natur, geplagt von vielerlei
psychosozialen Störungen. Ein Ausbruch aus dieser Situation wird den Betroffenen durch das festgefügte Geschlechterbild
unserer Gesellschaft sehr erschwert, ist aber doch möglich: das vorliegende Heft soll einen Lösungsweg aufzeigen.
Dr. Greiner beschreibt uns sehr schön - das was wir eigentlich sind - wie wir entstehen - männlich und weiblich -
die gemischte Form - das Dazwischen. Mit den schematischen Darstellungen ergänzt er wunderbar die gut verständlichen
Erklärungen zum Thema. Eine gelungene Analyse.
(erschienen 1993)
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