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Kleider machen Männer.
Vivienne Maricevics Triptychen der Verwandlung wecken Assoziationen zu all den Theaterbildern in unseren Köpfen.
Wir wissen von Photos, wie Schauspieler mit Hilfe von Schminke und Kostümen Alter, Persönlichkeit und Geschlecht
verändern und verschiedene Grade der Monstrosität annehmen können. Die Männer in diesem Buch sind einfach
unprofessionelle, aber bis zur Schmerzgrenze hingebungsvolle Schauspieler - oder genauer gesagt: Sie sind professionelle
Schauspieler, die nicht auf professionellen Bühnen auftreten. In Vicki Goldbergs Vorwort zu dem Buch heißt es weiter:
Einige wenige Transvestiten entscheiden sich für Operationen, doch die allermeisten empfinden sich als Männer,
die es einfach scharf macht Frauenkleider zu tragen; ihr männliches Glied ist für ihre Identifikation ganz wesentlich.
Sie sind jedenfalls zu einem hybriden Geschlecht geworden, das die Natur nicht vorgesehen hat und das die meisten
von uns noch nie zu Gesicht bekommen haben, zu einer Art Doppelgeschlecht, das keinen Platz hat auf jenen Formularen,
wo man entweder M oder W ankreuzen muss. Diese Typen haben sich neu erschaffen als die phallische Mutter aus den Phantasien,
die Frau, die eben doch nicht kastriert worden ist.
Nach einiger Zeit kommt einem diese Sammlung von Photos vor wie ein Lingerie-Katalog, dem man Testosteron gespritzt hat.
Die sichtbaren Tatsachen mögen zunächst abschreckend wirken auf Menschen die mit dem Phänomen nicht vertraut sind.
Wir müssen zumindest vorübergehend einander widersprechende Reaktionen unter einen Hut bringen, ein geistiger Trick,
der einiger Verrenkungen bedarf. Die Darstellungen in diesem Buch reichen von amüsant bis provokativ. Einfach ansehen und wirken lassen.
(erschienen 1995)
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