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TX-Lexikon |
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Diagnoseschlüssel
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Der Diagnoseschlüssel ist ein Verschlüsselungssystem im Gesundheitswesen um Krankheitsgruppen in einer Systematik zu
definieren und in Klassen einzuteilen.
Ein internationaler Diagnoseschlüssel wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstellt und nennt sich "International
Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems" (Internationale statistische Klassifikation der
Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme), kurz "ICD".
Die deutschsprachige Ausgabe wird vom
Deutschen Instititut für Medizinische Dokumentation und Information
(DIMDI) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) erstellt.
Die aktuelle 10. Revision ICD-10, die seit dem 1.Januar 2000 in Deutschland gültig ist, wird zur
Verschlüsselung von Diagnosen u.a. in der ambulanten Behandlung herangezogen (z.B bei einer Überweisung von einem Hausarzt zum
Endokrinologen
oder
Psychotherapeuten).
Die Begriffe Transsexualismus und Transvestismus tauchten erstmals in der ICD-9 von 1975 unter "Sexuelle Verhaltensabweichungen und Störungen"
auf, welche in Deutschland (auch DDR) ab 1979 eingesetzt wurde.
In der aktuellen Revision befinden sich die relevanten Diagnoseschlüssel im Kapitel V "Psychische und Verhaltensstörungen",
Gliederung F64 "Störungen der Geschlechtsidentität".
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ICD-10
F64 Störungen der Geschlechtsidentität
F64.0 Transsexualismus
Der Wunsch, als Angehöriger des anderen Geschlechtes zu leben und anerkannt zu werden. Dieser geht meist mit Unbehagen
oder dem Gefühl der Nichtzugehörigkeit zum eigenen anatomischen Geschlecht einher. Es besteht der Wunsch nach
chirurgischer und
hormoneller Behandlung,
um den eigenen Körper dem bevorzugten Geschlecht soweit wie möglich anzugleichen.
F64.1 Transvestitismus unter Beibehaltung beider Geschlechtsrollen
Tragen gegengeschlechtlicher Kleidung, um die zeitweilige Erfahrung der Zugehörigkeit zum anderen Geschlecht zu erleben.
Der Wunsch nach dauerhafter Geschlechtsumwandlung oder chirurgischer Korrektur besteht nicht; der Kleiderwechsel ist
nicht von sexueller Erregung begleitet. Störung der Geschlechtsidentität in der Adoleszenz oder im Erwachsenenalter, nicht transsexueller Typus.
Exkl.: Fetischistischer Transvestitismus (F65.1)
F64.2 Störung der Geschlechtsidentität des Kindesalters
Diese Störung zeigt sich während der frühen Kindheit, immer lange vor der Pubertät. Sie ist durch ein anhaltendes und
starkes Unbehagen über das zugefallene Geschlecht gekennzeichnet, zusammen mit dem Wunsch oder der ständigen Beteuerung,
zum anderen Geschlecht zu gehören. Es besteht eine andauernde Beschäftigung mit der Kleidung oder den Aktivitäten des
anderen Geschlechtes und eine Ablehnung des eigenen Geschlechtes. Die Diagnose erfordert eine tiefgreifende Störung der
normalen Geschlechtsidentität; eine bloße Knabenhaftigkeit bei Mädchen und ein mädchenhaftes Verhalten bei Jungen sind
nicht ausreichend. Geschlechtsidentitätsstörungen bei Personen, welche die Pubertät erreicht haben oder gerade erreichen,
sind nicht hier, sondern unter F66.- zu klassifizieren.
Exkl.: Ichdystone Sexualorientierung (F66.1)Sexuelle Reifungskrise (F66.0)
F64.8 Sonstige Störungen der Geschlechtsidentität
F64.9 Störung der Geschlechtsidentität, nicht näher bezeichnet
Störung der Geschlechtsrolle o.n.A.
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F65 Störungen der Sexualpräferenz
(..)
F65.1 Fetischistischer Transvestitismus
Zur Erreichung sexueller Erregung wird Kleidung des anderen Geschlechts getragen; damit wird der Anschein erweckt, daß
es sich um eine Person des anderen Geschlechts handelt. Fetischistischer Transvestismus unterscheidet sich vom
transsexuellem Transvestitismus durch die deutliche Kopplung an sexuelle Erregung und das starke Verlangen, die Kleidung
nach dem eingetretenen Orgasmus und dem Nachlassen der sexuellen Erregung abzulegen. Er kann als eine frühere Phase in
der Entwicklung eines Transsexualismus auftreten.
Transvestitischer Fetischismus
(..)
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F66 Psychische und Verhaltensstörungen in Verbindung mit der sexuellen Entwicklung und Orientierung
Hinw.: Die Richtung der sexuellen Orientierung selbst ist nicht als Störung anzusehen.
(..)
F66.0 Sexuelle Reifungskrise
Die betroffene Person leidet unter einer Unsicherheit hinsichtlich ihrer Geschlechtsidentität oder sexuellen Orientierung,
mit Ängsten oder Depressionen. Meist kommt dies bei Heranwachsenden vor, die sich hinsichtlich ihrer homo-, hetero- oder
bisexuellen Orientierung nicht sicher sind; oder bei Menschen, die nach einer Zeit scheinbar stabiler sexueller
Orientierung, oftmals in einer lange dauernden Beziehung, die Erfahrung machen, daß sich ihre sexuelle Orientierung ändert.
F66.1 Ichdystone Sexualorientierung
Die Geschlechtsidentität oder sexuelle Ausrichtung (heterosexuell, homosexuell, bisexuell oder präpubertär) ist eindeutig,
aber die betroffene Person hat den Wunsch, daß diese wegen begleitender psychischer oder Verhaltensstörungen anders wäre
und unterzieht sich möglicherweise einer Behandlung, um diese zu ändern.
(..)
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