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Eine "große" Überschrift und auch eine Enttäuschung: Den "idealen" Weg zum Ziel, Euch in Eurer wahren Identität zu leben,
wird es niemals geben.
Die Wege, die zum ersehnten Ziel führen, sind so vielfältig, wie es Betroffene gibt. Sie werden durch Euch, Eure Umwelt
und durch die bestehenden
Behandlungsleitlinien
und Gesetze, ganz oben das
Transsexuellengesetz
(TSG), so wie deren Interpretationen, bestimmt.
Es ist sicherlich eine lange Zeit vergangen, bis man das Wort Transsexualität als Definition der eigenen Gefühle gefunden
hat und dann auch noch zu sich selber stehen kann. An diesem Punkt drängt alles in einem danach, die Situation, durch beschreiten des
TS-Wegs, am Besten sofort zu ändern.
Seid vorsichtig: Auch wenn ein "roter Faden" in den Lebensläufen der Betroffenen gleich zu sein scheint, es gibt keine
Beweise für Transsexualität, sondern nur Hinweise darauf!
Wenn Ihr Euch auf den Weg begebt, sollte dieser Satz Euch immer begleiten. Habt Euer Ziel im Auge, lasst aber offen, ob
Ihr es jemals erreichen werdet. Es mag einen Punkt auf dem Weg geben, an dem Ihr feststellt, dass Ihr gar
nicht weitergehen müsst, da Ihr eine innere Stimmigkeit erreicht habt, oder dass Ihr eventuell die falsche Richtung
eingeschlagen habt.
Was Ihr Euch auch immer bewusst machen müsst: Probleme, die Ihr im vorhinein mit Eurer Umwelt habt, isb. wie sie Euch
begegnet, werden auch nach Durchgehen des TS-Wegs nicht verschwinden (häufig werden sie sogar schlimmer). Was besser
werden kann, ist, wie Ihr Eurer Umwelt begegnen könnt, da Ihr zu Euch selbst findet.
Fühlt Euch niemals gezwungen, den Weg bis zum Ende "durchmarschieren" zu müssen. Geht kleine Schritte
und wachst dabei. Entscheidet immer wieder neu, wann Ihr den nächsten Schritt geht und "überholt" Euch dabei nicht
selbst. Es wird fast wie in Eurer "ersten" Pubertät sein. Ihr müsst Euch entwickeln. Der Unterschied besteht darin, dass Ihr
schon, je nach Alter, bereits ein "fertiger" Mensch seid, und das "Echte in Euch" in das "neue" Leben mitnehmen könnt und müsst.
Der wirkliche Mensch der Ihr seid wird sich nicht verändern.
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Ein Weg:
Wenn Ihr Euch Eurer Transsexualität bewusst geworden seid (
Selbstdiagnose),
vertraut Euch Eurem/r besten Freund/Freundin, der Familie,
oder einer Selbsthilfegruppe an. Findet darin einen ersten Halt, eine Basis, von der aus Ihr weiter handeln könnt.
Begebt Euch in eine
psychotherapeutische Begleitung,
mit deren Hilfe Ihr Euch und auch einen für Euch lebbaren Weg finden könnt.
Im Laufe dieser Therapie macht Euer Coming Out und begebt Euch damit in den sog. "Alltagstest". Beginnt Euch wirklich zu leben.
Dabei müsst Ihr aber nicht unbedingt Eure Arbeitsstelle mit einbeziehen. Ihr selbst müsst wissen, wann was wo und wie
erfolgen kann, niemand sonst.
Wenn Ihr die Indikation zur Hormonbehandlung bekommen habt, begebt Euch in die
Hormonbehandlung
unter Aufsicht eines
Endokrinologen,
Gynäkologen, oder Urologen. Nehmt keine Hormone "schwarz", auch wenn es Euch noch so danach drängt.
Mit der Indikation zur Hormonbehandlung ist die Diagnose "transsexuelles Syndrom" gestellt, womit Transfrauen versuchen
können, die
Kostenübernahme durch die gesetzliche krankenversicherung
zur
Epilation
der Barthaare zu bekommen.
Wenn Ihr dazu bereit seid, begebt Euch in den vollständigen Alltagstest, also auch unter Einbeziehung des Arbeitsplatzes.
Stellt einen
Antrag auf Vornamens- und/oder Personenstandsänderung
beim
Amtsgericht
und "stellt" Euch den
Gutachtern.
Wenn Ihr Eure Vornamensänderung "durchhabt", beginnt mit der
Dokumentenänderung
und sucht Euch einen Arzt zur Durchführung der Geschlechtsangleichenden Operation (fragt bei mehreren nach).
Habt Ihr "Euren" Arzt gefunden, stellt bei Eurer Krankenkasse den Antrag auf die GA-OP und macht, spätestens dann, die Erfahrung
mit dem MDK, dem
Medizinischen Dienst der Krankenversicherung
(es sei denn, Ihr seid
privat krankenversichert
oder verbeamtet).
Nach der Operation könnt Ihr, falls noch nicht geschehen, den Antrag auf Personenstandsänderung stellen, oder eine
Bestätigung des operierenden Arztes bei Gericht zur Beschlussfassung nachreichen.
Wenn Ihr alles "hinter" Euch habt, bitte glaubt nicht, dass jetzt alle Probleme gelöst sind.
Es werden neue auftauchen auf die Euch niemand vorbereiten kann.
Anmerkung: Haltet die Zeiten, wann Ihr was begonnen habt, in einem "transsexuellen Lebenslauf" fest. Diese Chronologie
kann z.B. bei den Gutachtern, isb. dem MDK, hilfreich sein, da diese "Instanzen" der sehr großen Wert auf die Einhaltung der
zeitlichen Abläufe nach den
Behandlungsleitlinien
legen (schließlich passiert auf dem Weg soviel, so dass man sich später
nicht mehr genau an alles erinnern kann).
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