Jubiläum 2015 - 20 Jahre TXKöln

Vor 20 Jahren ...

... lebten wir in einer Zeit, in der Menschen mit abweichender Geschlechtsidentität nur sehr mühsam Informationen zur Thematik bekommen konnten. Deswegen trafen sich bereits einige Betroffene hier in Köln. Leider hatten diese Treffen keinen langen Bestand.

Auch in ganz Deutschland gab es nur sehr wenige Anlaufstellen mit festen Strukturen. Eine von ihnen war der in Frankfurt ansässige Selbsthilfeverein Transidentitas, der Transsexuelle, Transvestiten, Crossdresser und auch Intersexuelle in sich vereinigte.

Am 23. Juni 1995 traf sich eine kleine Gruppe von Betroffenen auf Initiative von Helma Katrin Alter, die sich auch in Frankfurt engagierte, in einer mietbaren Kapelle in der Kölner Innenstadt. Anlass war die Gründung einer Selbsthilfegruppe als Außenstelle von Transidentitas. Es war der feierliche Start zur ersten Selbsthilfegruppe für Menschen mit abweichender Geschlechtsidentität in Köln mit wöchentlichen Treffs und Themenschwerpunkten.

Es kam das Jahr 1998 und es war ein Jahr der Umbrüche. Die Verbundenheit zu Transidentitas entwickelte sich leider zu einer Fesselung, weshalb sich die Gruppe Anfang des Jahres von Frankfurt löste. Helma Katrin Alter zog sich langsam aus der Gruppe zurück, um sich der Gründung einer neuen überregionalen Institution zu widmen: der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (DGTI).

Der Name der Kölner Gruppe änderte sich von "Transidentitas e.V SHG Köln" zu "TXKöln", wobei das "T" natürlich für Trans und das "X" als Variable für die Vielfalt von Betroffenen steht.

1998 war auch das Jahr, in dem die Gruppe online ging und sich erstmals im sich entwickelnden Internet präsentierte. Das liegt nun lange zurück. Heute gelangen Betroffene sehr viel einfacher an Informationen. Trotzdem findet das Leben nun mal nicht am Computer statt, sondern draußen vor der Tür. Und hier bietet die Gruppe nach wie vor den Treffpunkt in Köln, wo man Informationen bekommen, Erfahrungen sammeln und Kontakte knüpfen kann. TXKöln bietet Hilfe zur Selbsthilfe und einen sicheren Raum, sich selbst zu finden.

Obwohl der "TS-Weg" für die meisten der Betroffenen vorübergehend ist und sie die Gruppe irgendwann nicht mehr besuchen, um sich mehr dem "normalen“ Leben zu widmen, hat die Gruppe bis heute Bestand.

Deswegen an dieser Stelle einen ganz besonderen Dank an all die vielen Gesprächsleiterinnen und Gesprächsleiter, die im Laufe der beiden Jahrzehnte immer wieder Themen vorbereiteten und präsentierten. Sie gaben ihre gesammelten Informationen und Erfahrungen im Sinne der Selbsthilfe an andere weiter und halfen der Gruppe, durch ihre Beständigkeit, im Laufe der Zeit, zu einer festen Institution zu werden.

Vielen Dank auch an all die Anderen, die mit geholfen haben, die Gruppe den sich ändernden Zeiten anzupassen. Diese Mithilfe gab und gibt der Gruppe die Konstanz, die sie braucht, um auch weitere Jahre erfolgreich zu sein. Wir hoffen, und es sieht danach aus, dass es noch viele sein werden.